Nitrat im Wasser

Seit einigen Jahren beobachten Experten in Deutschland einen kontinuierlichen Anstieg von Nitrat im Wasser. Nicht nur das Grundwasser ist betroffen - inzwischen ist auch eine Vielzahl oberirdischer Gewässer stark belastet. Die Verantwortlichen in der Politik reagieren nur sehr zögerlich, daher muss vermutlich auch in den kommenden Jahren mit einer steigenden Nitratbelastung im Trinkwasser gerechnet werden.

Wie kommt Nitrat ins Grundwasser

Bei Nitrat handelt es sich um eine den Elementen Sauerstoff und Stickstoff bestehende Verbindung. Es kommt natürlich im Boden vor und wird von Pflanzen zum Eiweißaufbau benötigt. Dieses natürliche Vorkommen ist für Mensch und Tier unbedenklich - leider ist Nitrat jedoch ein wichtiger Bestandteil von stickstoffhaltigen Düngemitteln. Insbesondere in stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist der Gehalt von Nitrat im Wasser besorgniserregend hoch. Massentierhaltung und die exzessive Düngung der Felder künstlichem Dünger oder Gülle gelten als Hauptgründe für die hohe Belastung mit Nitrat im Wasser. Gülle ist deutlich preiswerter als Kunstdünger. Teilweise ist der Bedarf an Gülle so hoch, dass diese von einigen Landwirten aus dem Ausland importiert wird. So gelangen laut Einschätzung einiger Experten vermutlich rund 80 Prozent der niederländischen Gülleproduktion auf deutsche Felder. Ein zu hoher Anteil von Nitrat im Boden bedeutet jedoch, dass die Überschüsse von den Pflanzen nicht aufgenommen werden. Dieses Nitrat wird durch Niederschläge in tiefere Erdschichten geschwemmt und gelangt so letztendlich ins Grundwasser. Auch Ausschwemmungen in Oberflächengewässer wie Flüsse und Seen sind keine Seltenheit. Insbesondere am Beispiel der Ostsee werden die negativen Folgen von Nitrat im Wasser deutlich - hier sorgt der hohe Nitratgehalt für ein zunehmendes Wachstum von Mikroalgen.

Negative Auswirkungen für Mensch und Tier

Nitrat im Wasser gilt selbst als relativ unbedenklich und soll keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen haben. Bakterien sorgen jedoch für eine Umwandlung von Nitrat in Nitrit. Zusammen mit körpereigenen oder aus der Nahrung aufgenommenen Stickstoffverbindungen (Aminen oder Amiden) entstehen Nitrosamine, die als hochgradig krebserregend gelten. Ein besonders hohes Gesundheitsrisiko besteht für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, da der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen gestört werden kann. Es kann zu einer ernsten Erkrankung Methämoglobinämie kommen. Auch für ältere Kinder besteht im Falle einer bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Traktes ein gesteigertes Risiko für eine Methämoglobinämie. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen ist der hohe Nitratgehalt in den Gewässern auch ein Garant für eine Verringerung der natürlichen Vielfalt in Flüssen und Seen.

Senkung des Nitratgehalts im Trinkwasser

Die reinen Zahlen rund um das Thema Nitrat im Wasser sind erschreckend:

- etwa 50 Prozent der deutschen Grundwasser-Messstellen melden erhöhte Nitrat-Konzentrationen (mehr als 10 Milligramm/Liter)
- laut Umweltbundesamt liegt bei einem Drittel des Grundwassers in Deutschland der Wert deutlich über dem Trinkwasser-Grenzwert (50 Milligramm/Liter)
- als eines der Bundesländer mit der höchsten Belastung gilt Niedersachsen. Hier sind rund 60 Prozent der Landesfläche von einer zu hohen Nitratbelastung betroffen

Die steigende Nitratbelastung stellt die Wasserwirtschaft immer häufiger vor große Probleme bei der Aufbereitung des Trinkwassers. Viele Menschen sind verunsichert und setzen auf die Trinkwasseraufbereitung im eigenen Zuhause. Dies kann in Küche und/oder Bad durch eine Filteranlage mit Filterpatronen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Aufbereitungsanlage für das gesamte Hauswasser.

 

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