Nitratfilter

Nitrat-Ionen entstehen ganz regulär im biologischen Stickstoffkreislauf - das ist an sich nicht schlimm, solange sich die Nitrifikation in Grenzen hält. Doch sowohl für Zierfische als auch für das menschliche Trinkwasser kann ein Nitratfilter dennoch ratsam sein. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Funktionsweisen. Die Filter tauschen etwa Nitrat-Ionen gegen Chlorid-Ionen oder zersetzen das Nitrat über Bakterien und Zugabe verdünnter Essigsäure zu Stickstoff und Lachgas (dieser Prozess heißt Denitrifikation).
Das kann im Detail recht spannend sein, vor allem vor dem Kauf eines neuen Nitratfilters.

 

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Nitratfilter

Nitrat-Ionen entstehen ganz regulär im biologischen Stickstoffkreislauf - das ist an sich nicht schlimm, solange sich die Nitrifikation in Grenzen hält. Doch sowohl für Zierfische als auch für das menschliche Trinkwasser kann ein Nitratfilter dennoch ratsam sein. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Funktionsweisen. Die Filter tauschen etwa Nitrat-Ionen gegen Chlorid-Ionen oder zersetzen das Nitrat über Bakterien und Zugabe verdünnter Essigsäure zu Stickstoff und Lachgas (dieser Prozess heißt Denitrifikation).
Das kann im Detail recht spannend sein, vor allem vor dem Kauf eines neuen Nitratfilters.

 

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Eine bessere Trinkwasserqualität trotz belasteten Böden

Nitratfilter im Trinkwasserbereich werden in Deutschland etwa bei der Schöpfung aus dem Brunnen eingesetzt. Dort ist die Nitratbelastung wegen der direkten Schöpfung aus dem Grundwasser besonders hoch, Nitratfilter kommen hier meist in Kompaktbauweise zum Einsatz, das ermöglicht eine einfache Installation. Der Nitratfilter ist hier Bestandteil einer umfassenderen Wasseraufbereitung.

Dass sich Filtersysteme für die Nitratentfernung auch in Deutschland für Leitungswasser durchaus eignen können, liegt an der Überdüngung im Agrarsektor. Denn in vielen Regionen wird von der Landwirtschaft zu viel gedüngt, was den Boden mit Nitraten anreichert. Zwar gibt es hier gesetzliche Grenzwerte, doch eher sich der Boden regeneriert hat und der Nitratwert wieder gesenkt werden kann, werden Jahre vergehen. 
Vollständig kann Nitrat übrigens nicht aus dem Wasser gefiltert werden, das ist auch nicht Sinn und Zweck heimischer Nitratfilter. Ergebnisse um die 15 Milligramm/Liter sind ein guter Richtwert für den Nitratwert im Wasser. 
Die Dampfdestillation ist für Haushalte ein sehr günstiges Verfahren für die Nitratentfernung, denn die Filter sind sehr günstig. Hierbei wird das Wasser aufgekocht und das Nitrat bleibt in speziellen Behältern hängen, während als Endprodukt destilliertes Wasser entsteht. Neben dem Nitrat verschwinden jedoch auch Nährstoffe aus dem Wasser und der Prozess ist recht langwierig und mit hohen Stromkosten verbunden. 
Eleganter ist da der Umkehrosmose-Filter, dieser entfernt Nitrit und Nitrat über eine sehr dichte Membran aus dem Wasser, lediglich die Wassermoleküle passieren den Filter. Auch Schwermetalle und Pestizide lassen sich so perfekt aus dem Wasser entfernen. Der Umkehrosmose-Filter muss allerdings recht penibel gepflegt werden - vor allem bei hartem Wasser - und hat einen erhöhten Wasserverbrauch.
Spezielle Trinkwasserfilter, die nicht als Nitratfilter deklariert sind, dienen oft als Mehrfachfilter und können so auch Wasserenthärter oder Phosphatfilter enthalten. Zu beachten sind allerdings die Regularien nicht nur zum Nitratgehalt, sondern vor allem auch zur maximalen Chloridmenge (250mg/Liter). 

Nitratfilter im Aquarium - Besondere Bedürfnisse der Fische

Im Aquarium kann Nitrat oft leicht entfernt werden, denn das Wasser lässt sich austauschen. Hierfür muss das Leitungswasser aber entsprechend nitratarm sein, andernfalls ist ein Nitratfilter Pflicht. 
Einige Zierfische haben besonders hohe Ansprüche an den Nitratgehalt des Wassers, Aquarien, Tümpel oder Teiche müssen folglich von überschüssigem Nitrat befreit werden. Bei sehr empfindlichen Fischen oder Jungtieren empfiehlt sich außerdem eine regelmäßige Messung der Nitratwerte, gerade Koi-Karpfen oder Diskusfische sind sehr anfällig. 
Nitratharze (auch nitratselektive Harze) sind vor allem bei hartem Wasser zu empfehlen, denn sie berühren die kationischen Spurenelemente im Wasser nicht. 

Eine genaue Überwachung der Nitrat- und Sulfatgehalte des Wassers ist hierbei allerdings vonnöten, denn nur durch regelmäßige Kontrollmessungen kann die Filterregeneration bestimmt werden.
Die Regeneration dieses Nitratfilters ist vergleichsweise einfach. Da die Filter lediglich die Nitrat- gegen Chlorid-Ionen austauschen, lässt sich der Anionenfilter durch Zugabe einer Kochsalzlösung (mit etwa 10 Prozent) wieder arbeitstüchtig machen. Dieser Regenerationsprozess läuft ganz natürlich ab, indem der Prozess der Ionenumwandlung im Filter umgekehrt wird. 

Filtersysteme, die verdünnte Essigsäure über eine Pumpe zugeben, sind eine andere Variante. Hierbei entstehen Stickstoff und Lachgas (in geringen Mengen), die einfach an die Luft abgegeben werden. Falsche Justierung der Nitratfilter im Aquarium kann jedoch dafür sorgen, dass Schwefelwasserstoff als Nebenprodukt entsteht und das Aquarium so nach verfaulten Eiern riecht. Die Ursache hierfür ist in der Regel eine falsche Justierung, die Nitrate werden dem Wasser zu schnell entzogen und die Bakterien beginnen anschließend mit der Zersetzung der Sulfate.
Auch für Aquarien und Teiche gibt es viele Kombifilter, die Nitrate und Phosphate ebenso filtern wie organische Verunreinigungen.

Filter für jeden Bedarf

Neben dem Ionenaustausch, Umkehrosmose-Filtern und Nitratharzen gibt es in Form von Elektrodialyse und Nanofiltration noch weitere Möglichkeiten, im Haushalt nitratarmes Wasser herzustellen. Für welche Variante Verbraucher sich letztlich entscheiden, sollte jedoch immer an die Nutzungsbedingungen angepasst sein. Denn jede Methode hat nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile.

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